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DIVINE FLOWER

Kinderlächeln im Laternenschein – die fröhliche Seite des dunklen Novembers…

Leuchtende Kinderaugen. Bunte, fantasievoll geschmückten Laternen. Fröhliche Gesänge im Feuerschein. Martinsgänse und Süßigkeiten sammeln bei Nachbarn und in Geschäften – das Martinsfest, mit seinen Laternenumzügen und Martinsfeuer, ist ein Höhepunkt für alle Kinder und auch für uns Große

Es zaubert Licht, Wärme, Farbe, Musik und vor allem Gemeinschaft und das Gefühl von Verbundenheit in den dunklen November. Doch was verbirgt sich hinter dieser alten Tradition – und wer war der Heilige Martin von Tours? Wir erzählen Dir von der selbstlosen und gütigen Geste des römischen Soldaten, die bis heute die Herzen der Menschen rührt, und welche Riten und Traditionen sich außerdem um den 11. November ranken…

 

Wer war der Heilige Martin von Tours?

Der Brauch um den Martinstag führt ins vierte Jahrhundert nach Christus zurück. Die katholische Kirche feierte kürzlich vor vier Jahren den 1700. Geburtstag des Heiligen Martin, der im Jahr 316 als Sohn eines römischen Offiziers in Ungarn geboren wurde. Martin von Tours Existenz ist durch Aufzeichnungen gesichert.

Seine Tat, die ihn bis heute weltbekannt macht, ist eine überliefertes Ereignis, das besagt, dass er am Stadttor von Amiens in Frankreich einem vom Erfrieren bedrohten Bettler seinen halben Mantel schenkte, den er zuvor mit seinem Schwert teilte. So rettete er sein. Wegen dieser gütigen Tat gilt Martin auch als Schutzpatron der Reisenden und Armen. Am 11. November 397 wurde der schon zu Lebzeiten beliebte Heilige Martin beigesetzt. Als er starb, trauerten viele um ihn und vermutlich fand eine große Lichtprozessionen statt, zum Beispiel von der Kirche bis zum Ort der Aufbahrung, was früher ein übliche Brauch zu solchen Anlässen war. Dies könnte also der Ursprung des Laternenumzugs sein. Bis heute wird das Ereignis des Mantelteilens bei großen Martinsumzügen in katholischen Regionen von Darstellern nachgespielt, um uns an die Selbstlosigkeit, Nächstenliebe und Verantwortung zu erinnern, die wir als Menschen füreinander haben – wir sollen uns umeinander kümmern und unser Herz für das Wohl anderer öffnen.

 

St. Martins-Singen oder Martini-Singen?

Dennoch – eine rein katholische Angelegenheit ist das Brauchtum um den 11. November nicht, denn auch der Reformator Martin Luther wurde am 10. November 1483 geboren und am nächsten Tag, dem Namenstag von Sankt Martin, getauft. ‘Martini’ ist daher ein Fest, das überwiegend in protestantischen Regionen gefeiert wird, zum Beispiel in Ostfriesland. Erinnert wird dabei also nicht an den heiligen St. Martin, sondern an den Geburtstag des Reformators Martin Luther.

 

Vom Ernte-Feuer zum Laternenumzug

Für den Laternenumzug könnte es auch noch andere Gründe geben: Die Menschen entzündeten in ferner Vergangenheit im November häufig Feuer auf den abgeernteten Feldern – als Dank für ihre Ernte und als Abschied vom Erntejahr. Die Kinder bastelten zu diesem Anlass Fackeln aus Stroh und Laternen aus ausgehöhlten Rüben, mit denen sie dann durch die Straßen zogen – ähnlich den ursprünglich keltischen Ernte-Bräuchen, aus denen Halloween entstand, wovon wir Dir kürzlich berichtet haben.

Wenn die Ernte eingebracht war und die Winterzeit begann, wurde auch der jährliche Zins fällig, den viele Bauern in Form von Tieren und Nahrungsmitteln an die Gutsherren zahlten. Deren Vorratskammern waren also voll und die Kinder zogen singend von Haus zu Haus, um etwas zu essen zu erbitten. Auch hier benutzten die Kinder Lichter und Laternen, um in der Dunkelheit den Weg nach Hause zu finden.

 

Und woher kommt die Martinsgans?

Außerdem war der Martinstag auch der Tag, an dem das Gesinde die Arbeitsstelle wechseln konnte. Zum Dank bekamen viele Nahrungsmittel von den Gutsherren geschenkt – auch Gänse, die aber schwer durch den Winter zu bringen waren. Wahrscheinlich ist daraus die Tradition des Martinsgans-Essens entstanden – auch weil nach dem 11. November die vierzigtägige Fastenzeit vor Weihnachten begann: Ein weiterer Grund, noch einmal richtig zu feiern und zu schlemmen – mit viel Fleisch, das in der Fastenzeit verboten war. Eier, Butter und Milch waren in der vorweihnachtlichen Fastenzeit ebenfalls verboten, weshalb am Martinstag Gebäck hergestellt wurde, bei dem alle diese Zutaten noch einmal verwendet wurden.

 

Es gibt also viele Riten, Traditionen und historische Begebenheiten, die den Hintergrund für das Martinsfest mit seinen wunderschönen Laternenumzügen beleuchten. Aber eines haben alle Geschichten gemeinsam: Es ist die Zeit des Dankes, des Teilens, der Nächstenliebe, der Verantwortung und Gemeinschaft.

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