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DIVINE FLOWER

Hanakotoba und Ikebana – Japans geheimnisvolle Blumenkultur

Nachdem wir letzte Woche über den orientalischen Ursprung unserer westlichen Blumensprache 'Selamlik' berichtet haben, entführen wir Dich heute nach Japan und verraten Dir, was es mit der Blumensprache 'Hanakotoba', auf sich hat und wie 'Ikebana', die kunstvolle Blumensteckkunst, mit einer spirituellen Praxis und dem Buddhismus zusammenhängt.

Hanakotoba

Hanakotoba ist auch heute noch ein wichtiger Teil der japanischen Kultur – eine Kultur, in der, anders als bei uns, Blumen sowohl an Frauen als auch an Männer verschenkt werden.

Der Ursprung der japanischen Blumensprache Hanakotoba liegt im buddhistischen Ideal begründet, den kleinsten Dingen mit Aufmerksamkeit zu begenen. Die Zartheit und Vergänglichkeit eines Blumenstraußes ist ein Symbol für das sich wandelnde und flüchtige Leben. Seine Vergänglichkeit macht ihn nur umso wertvoller und es werden Gefühle ohne Worte mitgeteilt, die manchmal nicht weniger flüchtig sind. Dass Hanakotoba auch Teil der modernen japanischen Pop-Kultur ist, zeigt die Verwendung der Blumensprache in Animes, japanischen Zeichentrickfilmen, und Mangas, den beliebten japanisches Comics. Auch bei der Gestaltung von Blumenmotiven und -mustern für Bekleidungsstoffe oder in der Kunst findet die Blumensymbolik ihre Anwendung.

Die Bedeutung der Blumen

In Japan weicht die Bedeutung der Blumen von unserer westlichen Blumensprache, der Selamlik, in einigen Fällen ab. Hier die Bedeutung der bekanntesten Blumen in Japan:

Amaryllis → Schüchternheit, Anemone → Aufrichtigkeit, Azalehe → Geduld und Bescheidenheit, Glockenblume → Dankbarkeit, rote Kamelie → Verliebtheit, gelbe Kamelie → Sehnsucht, weiße Kamelie → Warten, Nelke → Faszination, Kirschblüte → Sanftheit und Vergänglichkeit, gelbe Chrysantheme → kaiserlich, weiße Chrysantheme → Wahrheit, Narzisse → Glück und Selbstachtung, Gänseblümchen → Vertrauen, Edelweiß → Mut und Macht, Erika → Einsamkeit, Vergissmeinnicht → wahre Liebe, Freesie → kindisch und unreif, Hibiskus → Sanftheit, Hortensie → Stolz, Iris → Loyalität und gute Nachrichten, Jasmin → Freundlichkeit und Anmut, Lavendel → Treue, weiße Lilie → Reinheit und Unschuld, orange Lilie → Hass und Rache, Tigerlilie → Reichtum, rote Spinnenlilie → nicht wiedersehen wollen / verlassen und vergessen wollen, Sonnenblume → Respekt, leidenschaftliche Liebe, Lotus → Reinheit / Keuschheit und Sehnsucht, Magnolie → Natürlichkeit, Pfingstrose → Mut, rote Rose → Liebe, weiße Rose → Stille, Unschuld und Hingabe, gelbe Rose → Eifersucht, rosa Rose → Vertrauen und Glück, rote Tulpe → Ruhm und Nächstenliebe / Vertrauen, gelbe Tulpe → einseitige Liebe…

Ikebana

Beim Ikebana, der japanischen Kunst des Blumenarrangierens, spielt die Bedeutung der einzelnen Blumen ebenfalls eine besondere Rolle: Durch die jeweiligen Arrangements sollen die Gefühle zum Zeitpunkt des Arrangierens und das eigene Verhältnis zur Natur dargestellt werden. Es ist also eine Achtsamkeitspraxis, weil die Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Gegenwart gerichtet ist: Die eigenen Gefühle, also das Innere, wie auch das Verhältnis zur Natur, also der Welt / dem Außen sollen erfahren und ausgedrückt werden. Wenn Du Dich in die Kunst des Blumensteckens vertiefst, ist es zugleich auch eine spirituelle Mediatationspraxis.

Ursprung und Bedeutung

Ikebana stammt ursprünglich aus China und ist im sechsten Jahrhundert mit dem Buddhismus von dort nach Japan gelangt. Das kunstvolle Blumengesteck soll einerseits die Natur in den Lebensraum des Menschen bringen, symbolisiert aber gleichzeitig auch die kosmische Ordnung allen Seins. In den klassischen Schulen des Ikebana spielt die jeweilige Jahreszeit ebenfalls eine wichtige Rolle: Durch die Auswahl der Blumen, Materialien und Gefäße soll auf die Jahreszeit eingegangen werden. Im Gegensatz zu den dekorativen Blumengestecken der westlichen Welt schafft Ikebana eine Harmonie durch seine lineare Komposition, durch Rhythmik und Farbe – es wirkt eher wie eine Formel, wie die Symbolik in der abstrakten Kunst. In unserer Kultur werden hauptsächlich die Anzahl und Farben der Blumen betont. Der Fokus liegt hauptsächliche aud den Blüten. Die Japaner widmen sich hingegen der Komposition – den linearen Aspekten der Anordnung von Vase / Gefäß, Stängel, Blätter, Zweige und Blüten. Die meisten Ikebana-Formen basieren auf drei Linien, shin (真), soe (副) und tai (体), die Himmel, Erde und Menschheit symbolisieren.

Ikebana als Meditation

Vielleicht würdesr Du gern meditieren, hast aber bisher nicht den richtigen Zugang gefunden. Dann könnte Ikebana Dein Weg zu mehr innerer Gelassenheit, Zufriedenheit und Achtsamkeit sein. Das Blumenstecken symbolisiert die gegenwärtige Auseinandersetzung mit Dir selbst und Deinen Gefühlen und dem Außen und der Natur. Durch das gestaltende Tun beruhigst Du Deinen Geist und verbindest Dich auf wunderschöne Weise mit Deinem Inneren und der Welt.

Wir von Divine Flower glauben, dass in Dir Schönheit, Mut und Zuversicht wohnen – durch Ikebana kannst Du Deine ganz eigene Form finden, um Dir diese Energien bewusst zu machen und nach außen strömen zu lassen. Was dabei herauskommen kann? Ein Kunstwerk, ein Seelenbild, ein einzigartiges Blumengesteck – einzigartig wie Du!

(Autorin: I.J.)

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