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DIVINE FLOWER

Internationaler Tag des Kusses: Nähe in Zeiten von Corona

Wir Menschen sind soziale Wesen, deren Natur die Nähe zu anderen Menschen ist. Aber wir brauchen auch Zeit und Raum für uns selbst. Viele Beziehungen waren und sind durch das Zuviel an Nähe, als Konsequenz der Lockdown-Maßnahmen stark belastet. Andere Menschen, Single und Verwitwete, leiden unter dem Zuwenig an Nähe und dem Wegfall der Sozialkontakte und des Austauschs, der vor Corona noch möglich war...

Sehr viel hat sich seit dem Frühjahr des letzten Jahres geändert. Die Corona-Pandemie hat die Regie über unser Leben übernommen und es ist noch nicht absehbar, ob und wann sich das wieder vollständig ändern wird. Trotz der voranschreitenden Immunisierung der Gesellschaft tauchen ständig neue Mutanten des Virus auf, die uns in Atem halten. Natürlich richtet sich unsere Aufmerksamkeit in erster Linie auf die Auswirkungen, die existenz- und lebensbedrohlich sind – Krankheit, Jobverlust und der Verlust von nahestehenden Menschen. Auch die Homeoffice- und Homeschooling-Situation stellte für viele Menschen eine starke Belastung dar und es ist immer noch nicht gewiss, wohin sich die Situation weiterentwickeln wird. Und dann gibt es die Menschen unter uns, die in Krankenhäusern bis an den Rande der Erschöpfung arbeiten, wo der Pflegenotstand durch die Corona-Krise nochmal richtig deutlich wurde. Neben der Schwere dieser Themen scheint der Gedanke an ‘Beziehung’ eher banal. Aber ist er das wirklich? Wir Menschen sind soziale Wesen, deren Natur die Nähe zu anderen Menschen ist. Aber wir brauchen auch Zeit und Raum für uns selbst. Viele Beziehungen waren und sind durch das Zuviel an Nähe, als Konsequenz der Lockdown-Maßnahmen stark belastet. Andere Menschen, Single und Verwitwete, leiden unter dem Zuwenig an Nähe und dem Wegfall der Sozialkontakte und des Austauschs, der vor Corona noch möglich war.


Das Zuviel und Zuwenig an Nähe

Auch an unserem Umgang mit Nähe, unseren Beziehungen und dem Leben als Single ist die Pandemie nicht spurlos vorübergegangen – Gesten der Nähe, wie ein inniger Kuss oder auch nur die Umarmung zur Begrüßung eines nahestehenden Menschen, lösen bei vielen von uns Ängste und Unsicherheiten aus. Wir befürchten, uns mit dem Corona-Virus infizieren zu können, oder, wenn wir selbst keine Angest vor Ansteckung haben, andere zu gefährden. Und wenn Du Single bist, liegt das Thema ‘Dating’ und die Option, einen Menschen näher kennenzulernen auch schon seit Langem auf Eis. Der innere Widerstreit, Corona-Bestimmungen einhalten zu wollen, um sich oder andere nicht zu gefährden, aber mit der Einsamkeit und Sehnsucht nach Nähe nicht länger leben zu wollen oder zu können, treibt viele von uns emotional in die Ecke – ein Gefühl der Ausweglosigkeit.

Aber auch ein Zuviel an Nähe kann eine ähnliche Verzweiflung auslösen: Paare, die nun schon seit über einem Jahr in der gleichen Wohnung leben und arbeiten und kaum Gelegenheit haben, sich aus dem Weg gehen zu können, die sich unter Umständen zusätzlich auch die Verantwortung für das Homeschooling der Kinder teilen, erleben ihre Beziehung am Rande der Belastbarkeitsgrenze.


Auswege finden

Fast alle stehen im Moment vor neuen Herausforderungen, die eigene Beziehung neu zu definieren oder sich mit der Beziehungslosigkeit irgendwie zu arrangiere. Und genau darin liegt auch ein Ansatz, den Umständen ihren positiven Aspekt abzugewinnen: Wir ALLE haben diese Probleme – und das ist auch eine starke Verbindung unter den Menschen. Gefühle der Solidarität und des Mitgefühls nehmen zu, wenn Du Dir vor Augen führst, dass Du nicht allein bist mit Deinem Schicksal. Auch wenn Menschen unterschiedliche Lösungen finden, wie sie mit der eigenen Beziehung oder dem Single-Dasein in Zeiten von Corona umgehen – wir arbeiten alle an ähnlichen Themen und Fragen. Vielleicht hilft Dir ja der Gedanke, dass wir alle im Moment stark herausgefordert sind ein wenig, um Dich weniger allein mit Deinen Themen zu fühlen. Die meisten Probleme, die Menschen mit uns ohne Probleme derzeit haben, haben ihren Ursprung nicht in den Beziehungen selbst oder, bei Singles, bei ihnen selbst – es sind die außergewöhnlichen Umstände, die uns alle stark belasten – es ist also keine Frage der Schuld, wenn es in Deiner Beziehung gerade nicht so einfach ist oder Du Dich als Single mit Gefühlen der Einsamkeit plagst. Es ist einfach VÖLLIG NORMAL. Zuviel Nähe setzt uns genauso unter Stress wie zuviel Alleinsein.


Offen über Wünsche reden (lernen)

In Beziehungen ist spätestens jetzt der Zeitpunkt, offen über eigene Wünsche, Bedürfnisse und Probleme zu sprechen. Außerdem sollten sich Paare auch immer eine Auszeit von der Beziehung nehmen – sei es durch Unternehmungen, die man alleine macht oder einfach durch eine Tür, die auch mal für eine Weile geschlossen ist, damit jeder auch Zeit für sich findet. Wichtig ist, dass der Alltag so strukturiert ist, dass es feste gemeinsame Zeiten, also Verabredungen gibt, aber auch Freiräume, die jeder für sich selbst gestaltet. Das funktioniert auch in einer gemeinsamen Wohnung und kann dazu führen, dass man die gemeinsame Zeit wieder besser genießen kann. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du Deinen Partner gerade sehen willst und Du an Deinem eigenen Verhalten merkst, dass Du oft ungeduldig, gereizt oder genervt auf ihn reagierst – oder Du das Gefühl hast, dass Dir von Deinem Partner diese Gefühle entgegengebracht werden, sorge dafür, dass Ihr beide mehr Zeit allein für Euch verbringt – sei es bei einem Spaziergang, mit einem guten Buch in einem anderen Raum oder auch mal einen ganzen Tag, an dem ihr verschiedene Dinge unternehmt und Begegnungen vermeidet.


Sehnsucht nach Nähe

Auch Singles, die gerne einen neuen Menschen kennenlernen würden oder Paare, die in einer Fernbezeihung leben und sich und ihre Angehörigen nicht durch Begegnungen gefährden wollen, haben es nicht leicht. Auch hier sollte ein möglichst offener Umgang und das Gespräch über eigene Sehnsüchte, Wünsche und Ängste geführt werden. Durch regelmäßiges Schreiben, Chats, Telefonate und Video-Calls, wo man es sich , bei dem alle für sich Stimmung zuhause schaffen und man gemeinsam Zeit vor der Laptop- oder Handykamera verbringt, kann helfen. Dabei überwindet man zwar nicht die räumliche Distanz, man kann aber den Kontakt neu wertschätzen und stärker genießen.


Tipp: Reden hilft!

Egal ob Du Single bist oder in einer Beziehung lebst – wenn Dich Deine Situation belastet, suche das Gespräch – mit Deinem Partner, mit guten Freunden oder auch mit fremden Menschen, die Du vielleicht auf einer Dating-Plattform triffst. Hier ein paar Tipps, die Du bei jedem Gespräch, auch in Nicht-Corona-Zeiten beachten solltest:

  • Rede über Dich und Deine Gefühle und nicht über Deine Einschätzung des Gegenübers.
  • Wenn Du Dich auf das Verhalten Deines Gegenübers beziehen willst, wähle Deine Worte ohne Vorwurf und Aggression und betone Deine subjektive Perspektive: ‘Wenn Du Dich so verhältst, löst es das bei mir aus. Kannst Du das verstehen?’ So konfrontierst Du Deinen Gegenüber nicht mit Vorwürfen und machst dennoch deutlich, wie du die Situation für dich wahrnimmst und was es mit Deinen Gefühlen macht.
  • Vermeide Vorwürfe und Vorurteile, denn sie verletzen und führen oft dazu, dass sich Dein Gegenüber in die Ecke gedrängt fühlt und verteidigt – selten kommt es auf diesem Weg zu einem befriedigendem Ergebnis.
  • Du kannst Wünsche formulieren, musst aber Deinem Gegenüber auch die Freiheit schenken, sich anders zu entscheiden und Deinen Wünschen nicht zu entsprechen.
  • Lerne zuzuhören und erteile keine ungefragten Ratschläge. Lösungen für Probleme findet man am besten gemeinsam, ohne sich über den anderen zu erheben.


Eine neue Qualität der Beziehung?!

Wir von Divine Flower glauben, dass sich hinter jeder Herausforderung eine Aufforderung zum Wachstum verbirgt. Wir alle nehmen wahr, dass sich unsere Beziehungen durch die Pandemie-Situation verändern – manche werden offener, inniger und intensiver und andere scheitern an ihrer mangelnden Substanz an aufrichtiger Nähe. Fassaden bröckelt und was bleibt, ist die Wahrheit und unser Bemühen, eine shwierige Situation gemeinsam zu meistern – als Beziehungspartner, Singels und Gesellschaft.

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